Segeltörn 2008
Warum Segeln anders ist als der Rest des Lebens!
Nun gehört der fünfte Sommersegeltörn der KJM leider auch schon der Vergangenheit an. Doch damit diese außergewöhnliche Reise nicht in Vergessenheit gerät und damit IHR, die leider nicht dabei sein konntet, einfach Lust aufs Segeln kriegt, möchte ich jetzt einmal auf die Highlights eingehen!
Beginnen muss ich wahrscheinlich gleich bei der ersten Nacht. Denn obwohl viele von uns erst einmal versuchten mit dem Segeln und dem Schaukeln an Bord klar zukommen, wollte unser Skipper Berni mit uns gleich mal eine Nacht durchsegeln. Während die eine Hälfte der Truppe sich in ihre Kojen verzog, genossen die anderen den ersten Sonnenuntergang auf offener See. Nachdem um 24 Uhr die Schichten gewechselt wurden, betrachteten wir den nächtlichen Sternenhimmel und legten wie geplant um kurz vor 3 Uhr an der Kaimauer von der kleinen Insel Omø an. Was wir leider nicht wussten und auch nicht berechnen konnten, dass der Hafen bis zum Bersten überfüllt war. So mussten wir eine Stunde später schon wieder die Fahrt aufnehmen, weil die heimische Fähre auslaufen wollte, und machten uns auf den Weg in den nächsten Hafen.
Damit uns dieses Missgeschick nicht noch einmal passierte, standen wir nun hin und wieder morgens um 5 Uhr auf und legten ab, um dann am frühen Nachmittag noch einen schönen Platz zu ergattern. So machten wir auch am dritten Tag schon zur Mittagszeit ganz hinten im Hafen von Sejerø fest. Was die Masse der Boote betraf, die sich im Verlauf des Tages noch vor uns in die Hafeneinfahrt legten, so wusste anfangs keiner von ihnen, dass wir auch am nächsten Morgen wieder sehr früh ablegen wollten-aber sie erfuhren es noch. So versammelten wir uns alle pünktlich um 5 Uhr in der Früh oben auf dem Deck der Qualle, um das Spektakel in aller Ruhe betrachten zu konnten. Müde Gestalten in Schafanzügen, die ihre Leinen losmachen und den Motor anschmeißen, sind wirklich lustig an zu sehen.
Den aller außergewöhnlichsten Aufenthalt verbrachten wir wohl auf der Inseln Anholt. Nicht nur, dass wir ganze zwei Tage auf Land statt auf Wasser verlebten, auch der Weg zum Sanitärgebäude brachte einige Überraschungen mit sich. So musste man, um das Schiff zu verlassen über einen riesigen Steinhaufen klettern, die Mole entlang gehen, über ein Stück Strand laufen, um auf die Promenade zu gelangen und somit endlich nach einem insgesamt 15 minütigen Fußweg die Toiletten, Duschen und den Strand zu erreichen. Die freie Zeit auf der Insel verbrachten wir meist mit dem Erkunden unserer Umgebung. So machten wir uns gemeinsam auf den Weg zu den Robbenbänken, die am anderen Ende der Inseln zu finden sein sollten. Doch schon nach kurzer Zeit war uns der Sand zu steinig und zu heiß, so das wir mit unseren Sachen durch das Wasser bis auf eine Sandbank wateten. Dort entwickelten wir dann die besten Techniken, um den Feuerquallen auszuweichen, damit wir unser Wasserwandern ungestört fortsetzen konnten. Am Ende erreichten zwei von zehn Leuten die Robben, der Rest kehrte auf halber Strecke um.
Im Hafen von Kopenhagen mussten wir uns leider der kulinarischen Vielfalt Dänemarks hingeben, so dass wir das Schloss der Königin und die wunderschönen Kirchen zwar optisch wahrnahmen, uns dann aber doch in Hotdogs, Kuchen und Softeis mit Lakritzstreuseln verloren.
Die abenteuerlichste Reise erwartete uns nach dem Ablegen in Kopenhagen. Der zuerst noch sehr friedliche Wind wurde zum Sturm und warf das eigentlich nicht so kleine Schiff von der einen zur nächsten Welle. In Regensachen eingekleidet saßen bzw. klammerten wir an Deck und versuchten uns trotz des wahnsinnigen Schaukelns auf dem Fleck zu halten, um nicht über Bord zu gehen. Wir mussten schließlich auch nachgeben, umkehren und in einem Nothafen festmachen, da das Schiff trotz Motor keine Gewalt mehr über Wellen und Wind hatte.
So, ich hoffe ich habe nichts wichtiges vergessen und ihr hab einen Eindruck vom besten Urlaub gekriegt, den man im Sommer verleben kann. Um am Schluss nochmal auf das Wetter einzugehen: Es war Bombe! Pure Sonne und einen maximalen Sonnencremeverbrauch kann die Fahrt neben Entspannung, Erholung und Abenteuer ebenfalls noch verbuchen! Also Ahoi! Vielleicht seid ihr ja nächstes Jahr auch dabei! Magdalena Wölz, Rostock - alias Maggi

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