Mit dem iPod durch Rom
Die internationale Ministrantenwallfahrt in Rom fand vom 31. Juli bis 7. August 2010 statt. 55,000 Ministranten und Ministrantinnen aus 17 europäischen Ländern kamen in die ewige Stadt, um ihren Glauben gemeinsam zu feiern und Gemeinschaft miteinander zu erleben und dem Papst zu begegnen. In diesem Jahr stand die Wallfahrt unter dem Motto „Aus der wahren Quelle trinken“. Es ging darum Jesus, als wahre Quelle unseres Glaubens, zu entdecken. Unser Erzbistum Hamburg war mit 450 Messdienern vertreten, darunter 184 Mecklenburger.
Am 31. Juli fuhren die Busse in den verschiedenen Regionen unseres Erzbistums (Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg) ab. Die Busfahrt nach Rom dauerte ca. 24 Stunden, ohne Zwischenübernachtung. In Rom wurden die Teilnehmer aus dem Erzbistum Hamburg in zwei Hotels „Parco Tirreno“ und „Residence Belsito“ untergebracht, unweit vom Zentrum. Von den Hotels konnten wir bequem per Bus oder Metro ins Zentrum. Am selben Abend kamen die Messdiener aus den Bistümern Hildesheim, Osnabrück und Hamburg in der Jesuitenkirche „Il Gesú„ zusammen zu einer Bischofsmesse. Einen weiteren Gottesdienst feierten die Teilnehmer aus dem Norden unter sich.
Jeden Tag starteten die Teilnehmer in den Tag mit einem 30-minutigen Morgenimpuls. Die musikalische Begleitung hatte der Hamburger Kantor, Norbert Hoppermann mit seinem Chor. Peppige Lieder auf deutsch, italienisch, englisch, französisch und ungarisch wurden gesungen und getanzt. Das gesamte Programm war bunt und ansprechend: Ausflüge führten uns nach Castel Gandolfo (Sommerresidenz des Papstes), Ostia antica und Tivoli. Ein Stadtspiel angelehnt an den Illuminati-Roman von Dan Brown führte uns kreuz und quer durch das alte Rom. Aber anders als bei Dan Browns-Illuminati wurden keine Kardinäle serienweise ermordet. Es war eine Art Schatzsuche mit Tipps und Hinweisen zur katholischen Haupstadt. Ein clevereres Spiel, bei dem die Minis ihr Bestes gaben, um ans Ziel zu kommen.
Freizeit kam auch nicht zu kurz. Die Minis durften sich allein oder in Begleitung der Helfer die Stadt und deren Sehenswürdigkeiten angucken. Für die Besichtigung des Petersdoms und des Colosseums und der Grotte wurde Audioführung für mp3-Player erstellt, die die Teilnehmer als Podcast herunterladen und die Erklärungen auf Handy oder mp3-Abspielgerät anhören konnten. Eingesprochen hatte das der Hamburger Jugendpfarrer, Georg Bergner, der mehrere Jahre in Rom gelebt hat.
Höhepunkte der Wallfahrt waren ein stimmungsvolles Abendgebet auf dem Petersplatz am 3. August und die Papstaudienz am 4. August. In 4 Schritten deuteten Bischöfe und Jugendliche u.a. aus Frankreich, Ungarn und Deutschland das Leitmotto der diesjährigen Wallfahrt („Aus der wahren Quelle trinken“) und bezogen es auf das Leben. Ein Mitarbeiter des Vatikans begrüßte einzeln alle Nationengruppen. Dann traf Papst Benedikt der XVI von Castel Gandolfo auf dem Petersplatz mit einem Hubschrauber ein. Als der Papst einflog, wurde er von den Minis mit dem Ruf „Benedetto“ zugejubelt und angefeuert aber auch mit entsprechenden Klatschen und Fahnenschwenken. Er bekam das einzige weiße Pilgertuch überreicht, sprach zu den Minis, dann feierten alle mit ihm weiter. Zum Schluss erteilte er den apostolischen Segen an alle Anwesenden.
So eine Mega-Großveranstaltung, bei der man als kleines Diaspora-Häuflein in die Masse der Welt-Messdienerschaft eintaucht, stärkt ohne Zweifel. Es waren Tage toller Begegnungen und Erlebnisse, bei denen die Ministranten spuren konnten, dass wer glaubt nicht allein ist und dass der Glaube verbindet, über gemeindliche und Ländergrenzen hinaus.
Emeka Nzeadibe, CSSp

Artikel